Simone Leuenberger lebt mit einer Muskelkrankheit und weiss, wie es sich mit einer Behinderung in unserer Gesellschaft anfühlt. Persönlich hat sie schon viel erreicht im Dazugehören und Mitgestalten!
Grossrätin mit Berufung und viel Erfahrung
Simone lebt mit spinaler Muskelatrophie (SMA): Ihre Muskeln haben wenig Kraft. Geschäftlich und privat ist Simone viel unterwegs, auch mit dem öffentlichen Verkehr. Somit kennt sie die Schwachstellen im Alltag, in unserem System und in unserer Kultur bestens aus eigener Erfahrung. Durch ihr langjähriges Engagement hat sie sich zur berufenen, versierten und beschlagenen Behindertenrechtlerin entwickelt.
«Gemäss Bundesamt für Statistik leben 22 Prozent der Bevölkerung mit einer Behinderung. In politischen Ämtern sind Menschen mit Behinderung stark untervertreten. Das muss sich ändern. Menschen mit Behinderung brauchen eine gewichtige und authentische Stimme. Dazu will ich beitragen.» Das kann Simone in ganz besonderem Masse tun. Sie wurde dieses Jahr (2026) als Berner Grossrätin wiedergewählt. Damit kann sie die Anliegen der Menschen mit einer Behinderung prominent zur Sprache bringen und wesentlich zur Weiterentwicklung der Hindernisfreiheit im Kanton beitragen.
Mit Energie in vielfältiger Mission unterwegs
Simone hat an der Universität Bern Lehrerin für Wirtschaft und Recht studiert. Schon während des UNI-Studiums hatte sie am Gymnasium in Thun unterrichtet. Weil es ihr hier gefiel und das Umfeld stimmte, ist sie während all den Jahren am selben Ort Lehrerin geblieben, je nach den anderen Engagements zu 30-60 Prozent. Neben ihrem Mandat als Grossrätin und der Anstellung als Lehrerin war und ist Simone auch Stiftungsrätin, Vereinsgründerin und Organisatorin.
Unterstützen, Mitdenken, Lösungen suchen
«Wenn es mir langweilig ist, werde ich unausstehlich. Was ich an Wissen und Erfahrungen mitbekomme, will ich zum Guten einsetzen. Tag für Tag mache ich, was mir vor die Füsse gelegt wird. So unterstütze ich Menschen, die im Umgang mit Behörden und Versicherungen überfordert sind und so nicht selten unwissend und ungewollt auf berechtigte Sozialleistungen verzichten.»
Simone will unterstreichen, dass ihr nicht die Behinderung in die Quere kommt, sondern die täglichen Auswirkungen davon. Sie sagt, sie habe sich nie überlegt, was wäre, wenn sie keinen Rollstuhl hätte. Aber sie fragt sich zum Beispiel, warum es hier eine Treppe und keinen hindernisfreien Aufgang hat. Ihren Handlungsgrundsatz nimmt Simone Leuenberger aus der Bibel: «Behandelt die Menschen stets so, wie ihr von ihnen behandelt werden möchtet. Denn das ist die Botschaft des Gesetzes und der Propheten.» (Matthäus 7,12) und überträgt ihn auf ihr Engagement in der Behindertenpolitik: «Nichts über uns ohne uns, denn wir sind Expertinnen und Experten in Sachen Behinderung.»
Behinderung ist keine Krankheit
Dann wird Simone in ihrer Aussage konkret: «Behinderung ist keine Krankheit, nichts Temporäres. Behinderung gehört zum Leben, ist etwas Langfristiges. Es ist anstrengend, immer auf der Suche nach Heilung zu sein. Denn damit orientieren wir uns an der Normgesellschaft. Wird Inklusion gelebt, müssen wir gar keine Grenzen ziehen zwischen gesund und krank oder nichtbehindert und behindert. Es gehören einfach alle auf gleicher Höhe dazu, mit den gleichen Rechten, Möglichkeiten und Chancen und ebenso ohne Tabus.»
Wir vom Forum Wirtschaft+Ethik wünschen dir, Simone, viel Kraft und Energie für ihr wertvolles Engagement für eine umfassend-nachhaltige Gesellschaft.
Weitere Informationen zu Simone Leuenberger und zum Thema INKLUSION: